Melamchi Ghyang, Nepal

Bildung als Chance

iffee unterstützt die Melamchi Ghyang Secondary School, die auf einer abgelegenen und schwer erreichbaren Bergterrasse auf 2.545 m über dem Meeresspiegel liegt. Politisch untersteht Melamchi Ghyang der Lokalregierung des Gemeindegebietes Helambu, 80 km nordöstlich der Hauptstadt Kathmandu. Die Bevölkerung gehört überwiegend der Hyolmo-Gemeinschaft an, einer der vielen indigenen Minderheiten Nepals.

Die 1985 gegründete Schule wird von einem erfahrenen Schulleiter geführt und verfügt über zwanzig engagierte Lehrkräfte. Darüber hinaus wird sie von einem engagierten Schulverwaltungskomitee geleitet. Aufgrund der Zerstörungen durch das Erdbeben der Stärke 7.8 (2015) und der wachsenden Zahl von Kindern lässt die Infrastruktur der Schule zu wünschen übrig. Im aktuellen Schuljahr 2025 besuchen 370 Kinder die Schule, von denen 300 in der lokalen Unterkunft untergebracht sind, da die Schule zu weit von ihrem Zuhause entfernt ist.

Einbinden von lokalen Gemeinschaften

Nepal hat 2015 eine neue Verfassung eingeführt. Diese bietet bessere Möglichkeiten für eine dezentrale Entscheidungsfindung und eine Entwicklung, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen orientiert. Die Stärkung der lokalen Verantwortung und Kompetenzen ermöglicht weitreichende Eigeninitiative und eine besser auf die Menschen ausgerichtete Entwicklung auf Dorfebene. Die erfolgreiche Umsetzung des iffee-Projekts „Bildung als Chance“ folgt dem Grundsatz einer engen Zusammenarbeit mit der lokalen Verwaltung, den Schulbehörden und dem Schulverwaltungskomitee. Das Projekt basiert auf einem partizipativen und transparenten Ansatz, der die relevanten Akteure in alle Projektphasen einbindet.

"Marriage can wait,
education cannot"

Die Melamchi Ghyang Secondary School wird hauptsächlich von Kindern aus ärmeren Bevölkerungsschichten besucht, die aus Kleinbauernhaushalten in Melamchi Ghyang und den angrenzenden Gebieten stammen. Die Schule legt grossen Wert auf die Förderung junger Mädchen, um zu verhindern, dass diese zu früh heiraten oder Opfer von Menschenhandel werden, und um ihnen eine würdige Zukunft zu ermöglichen.

Eine Schule mit gutem Ruf

Die Melamchi Ghyang Secondary School hat sich über die Dorfgrenzen hinaus einen hervorragenden Ruf erworben und erzielt regelmässig ausgezeichnete Ergebnisse in den nationalen Abschlussprüfungen (School Education Examination). Daher zieht die Schule viele Kinder aus anderen Dörfern oder sogar aus weit entfernten Städten an, die hier eine gute Ausbildung erhalten möchten.

iffee unterstützt die Schule mit drei Komponenten:


1. Bau einer erdbebensicheren und kinderfreundlichen Unterkunft

Die derzeitige unbeheizte Unterkunft ist überfüllt und verfügt nur über sehr rudimentäre sanitäre Einrichtungen. Im Winter sinken die Temperaturen regelmässig unter den Gefrierpunkt. Krankheiten und Gesundheitsprobleme sind an der Tagesordnung. Laut der Bedarfsanalyse (im Rahmen der Planungsphase) hat die Verbesserung der Unterkünfte und sanitären Einrichtungen oberste Priorität.

iffee leistet finanzielle und technische Unterstützung für den Bau einer erdbebensicheren Unterkunft mit Schlafräumen für etwa 140 Mädchen und einem separaten Sanitärtrakt mit Toiletten und Duschen. Damit wird die Überbelegung verringert, das allgemeine Wohlbefinden und die Gesundheit der Kinder verbessert und ein Mindestmass an Privatsphäre geschaffen.

Seit dem Erdbeben leben die Jungen in beengten Notunterkünften mit Wänden und Dächern aus Wellblech, in denen es im Sommer ofenartig heiss und im Winter eiskalt ist. Sobald die Mädchen in das neu erstellte Gebäude umziehen, können die Jungen die alten Mädchenunterkünfte beziehen, die wesentlich komfortabler sind als ihre Notunterkünfte.

2. Erweiterung Ausbildungsprogramm

Bislang war die Schulbildung in Melamchi Ghyang auf zehn Jahre begrenzt und wurde durch die Sekundarschulprüfung abgeschlossen. Um jedoch Zugang zu tertiären Bildungsprogrammen zu erhalten, müssen die Schüler zusätzlich das höhere Sekundarschulprogramm (11. und 12. Klasse) erfolgreich absolvieren.

iffee unterstützt die Schule mit Startkapital für die Einrichtung der Klassen 11 und 12 und finanziert die Gehälter einer Lehrerin für Biologie und eines Lehrers für Chemie während zunächst drei Jahren.

3. Energieversorgung und Abfallwirtschaft

Im Winter sinken die Temperaturen oft weit unter den Gefrierpunkt. Da ein grosses Potenzial für die Nutzung von Solarenergie besteht, wird iffee auf dem Dach des Sanitärtraktes Sonnenkollektoren installieren, die das Duschen mit warmem Wasser ermöglichen. Die Toiletten werden an eine permanente Wasserversorgung angeschlossen. Ausserdem wird ein elektrisch betriebener Ofen installiert, der Menstruationsbinden und nicht recyclingfähige Abfälle verbrennt und dabei nur minimale Emissionen verursacht.

Die Abfallwirtschaft konzentriert sich auf die Minimierung von Abfall, die Kompostierung organischer Abfälle und das Recycling. Für die Verbrennung der nicht recycelbaren anorganischen Abfälle wurde ein kleiner, elektrisch betriebener Hochtemperaturofen installiert.